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Höllsteig, Pferde, Bogenschießen – viel Abwechslung und Freude beim Schullandheim der Klasse 4b auf dem Platzhof

Am Montag, den 14.10.2019 wurden alle Kinder zwischen 7.00 und 7.20 Uhr von ihren Eltern zum Busbahnhof Hugstetten gebracht, wo sie von Frau Burghardt, der Klassenlehrerin und Herrn Gottschlich, dem begleitenden Lehrer, bereits erwartet wurden. Während Frau Nilles und Frau Volpe freundlicherweise das Gepäck der Kinder und Lehrkräfte mit ihren PKWs zum Platzhof brachten, fuhren wir mit dem Schienenersatzverkehr zunächst zum Freiburger Hauptbahnhof, dann mit der Regionalbahn nach Schliengen und schließlich mit dem Bus weiter zum Busbahnhof Kandern. Dort führte uns ein Schaffner eine alte Dampflock vor und erklärte deren Funktionsweise. Danach gingen wir zunächst durch das Dorf und bogen dann auf einen Waldweg Richtung Platzhof ein. Es ging die meiste Zeit spürbar bergauf, sodass alle froh waren, als wir nach einer guten Stunde Wanderung am Waldplatz „Roter Rain“ eine längere Rast- und Vesperpause einlegen konnten. Manche Kinder spielten dort noch etwas im Wald, andere winkten vorbeifahrenden Autos. Der zweite Teil der Wanderung war weniger anstrengend. So erreichten wir den Platzhof bereits um 11:45. Nun brachten alle ihre Koffer auf das jeweilige Zimmer und trafen sich unmittelbar danach im gemütlichen Speisesaal zum Mittagessen. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce, gemischten Salat und Schokoladenpudding; zum Trinken standen mehrere Sorten Tee, Orangensaft und Wasser bereit. Nach dem Essen verstärkte dankenswerterweise noch Frau Löffler, die derzeit an der Grundschule Hugstetten ein mehrmonatiges Praktikum absolviert, das Betreuungsteam und war auch nochmals bei den Aktivitäten vom Dienstag mit dabei. Zunächst überzogen nun alle Kinder, manche mit Unterstützung, ihre Betten und räumten ihre Koffer aus. Danach packten alle ihre Rucksäcke für die Nachmittagswanderung zum Höllsteig, vom Naturerlebnis her wohl dem Höhepunkt des Schullandheims. Unser Weg führte, bei strahlendem Sonnenschein und warmen 24 Grad, zunächst an einem Bauernhof und der Schrohmühle vorbei, danach ging es auf einem schmalen Waldweg bergauf, an einem Bachlauf und kleineren Wasserfällen entlang. An manchen Stellen gähnte ein metertiefer Abgrund, was den Namen „Höllschlucht“ erklärt. Als die Kinder bei der Höllhütte, dem höchsten Punkt der Wanderung, angelangt waren, wurden sie mit 45 Minuten Pause für ihre Anstrengungen belohnt. Es gab Muffins und Nusskuchen, welche Mütter der Kinder uns mitgegeben hatten. Die Mädchen und Jungs wippten oder balancierten auf Baumstämmen und erkundeten interessiert die nähere Umgebung der Hütte. Der zweite Teil des Rückwegs war sehr angenehm; nur einmal noch ging es ein kurzes Stück bergan. Um 17:30, nach genau drei Stunden, erreichten wir wieder den Platzhof. Wenig später gab es Abendessen, knusprige Brötchen mit Wurst, Käse, Gurken und Karotten. Anschließend erklärte Frau König, die Bewirtschafterin des Hofes, kurz die Hausregeln. Nach dem Essen spielten einige Kinder mit Lucy, dem knapp zweijährigen schwarzen Hofhund, streichelten die zwei Hofkatzen und führten die beiden ansonsten eingezäunten Ziegen spazieren.

Nach Einbruch der Dunkelheit versammelten sich alle um die Grillstelle vor dem Haus, wo Herr Gottschlich Wilhelm Hauffs Kunstmärchen „Das kalte Herz“ erzählte. Unmittelbar danach durften alle Kinder in ihre Zimmer gehen, um miteinander zu reden, zu lesen oder sich auszuruhen. Um 22 Uhr, zu Beginn der Nachtruhe, wurden die Lichter ausgeschaltet. Bald danach waren nach diesem ereignisreichen Tag alle auch schon eingeschlafen.

Am Dienstagmorgen wurden alle Mädchen und Jungs nach dem Frühstück sogleich in den Pferdestall gebeten. Immer drei Kinder massierten und striegelten jeweils ausgiebig ein Pony oder Pferd. Danach durften sie, mit etwas Hilfe, auch jeweils Satteldecke und Sattel auflegen. Unter der ruhigen und freundlichen Anleitung von Reitlehrerin Maja führten immer zwei Kinder ein Pferd, auf dem ein drittes saß. Nach jeweils 30 Minuten wurde gewechselt, sodass die Kinder mit den sieben Pferden insgesamt anderthalb Stunden unterwegs waren. Einigen gelang es, ohne fremde Hilfe auf- und abzusteigen. Zu Hause angekommen, durften die Kinder beim Absatteln helfen und die Pferde nochmals ausgiebig streicheln, bevor es zum Mittagessen ging. Serviert wurde Geschnetzeltes mit Reis und grünem Salat, anschließend Grießbrei mit Apfelmus und Zimt.

Schon um 13 Uhr traf der Pfeil- und Bogenbauer Ralf Wohlrab am Hof ein, nachdem er im Wald sechs Schießstände und zwei Zielscheiben aufgebaut hatte. An der Grillstelle wies er die Kinder ins Pfeil- und Bogenschießen ein. Dabei lernten sie, dass auf diese Art bereits vor 24.000 Jahren gejagt wurde und professionelle Sportschützen heute, stets im Freien, aus einer Entfernung von 60 bis 80 Metern auf ihr Ziel schießen. Zunächst durften die Jungs sich 45 Minuten lang im Zielen und Treffen üben, danach die Mädchen. Dabei konnten alle mindestens 30 Pfeile auf die beiden Zielscheiben und auf Luftballons abschießen. Einige Kinder stellten beim Üben schon nach wenigen Versuchen ein erstaunliches Geschick unter Beweis.

Während des Schießens der Mädchen begann es zu regnen, bis weit in die Nacht hinein. Die Zeit bis zum Abendessen überbrückten wir deshalb im Haus, vor allem mit Tisch- und Gesellschaftsspielen im Speisesaal. Anschließend hatten alle noch ausgiebig Zeit, ihre bisherigen Erlebnisse während des Schullandheims für die Klassenzeitung aufzuschreiben, wobei jedes Kind auch ein Schwerpunktthema bearbeiten sollte, zum Beispiel „Die Tiere auf dem Platzhof“.

Nach dem Essen sangen wir, begleitet von Herrn Gottschlich mit der Gitarre, noch einige schwungvolle Lieder, bevor sich die Kinder in drei Vierer- und zwei Fünfergruppen einer Quiz-Rallye widmeten. Dabei waren Wissensfragen, Scherzfragen und Schätzaufgaben zu lösen; weiterhin mussten alle mit dem Fuß ihren Namen schreiben, Gegenstände ertasten und mit verbundenen Augen Geschmacksrichtungen von Gummibärchen erraten. Der Tag endete mit einer etwa zwanzigminütigen Nachtwanderung, wobei sechs Kinder Pechfackeln trugen, die allerdings wegen des Regens immer wieder neu angezündet werden mussten. Danach waren alle froh, sich ins warme Bett zu legen und auszuruhen.

Am Mittwoch standen alle schon um 7.00 Uhr auf, um noch vor dem Frühstück die Betten abzuziehen, den Müll zu entsorgen, die Zimmer auszufegen sowie ihre Koffer und Rucksäcke zu packen. Frau Fell und Frau Weindler kamen mit ihren PKWs bereits um 8 Uhr an, luden das Gepäck ein und halfen auch beim abschließenden Aufstuhlen des Speisesaals. Nachdem Frau Burghardt die Lösungen vom Quiz des Vorabends besprochen und die Ergebnisse der einzelnen Gruppen bekannt gegeben hatte, brachen wir um 9:30 nach Kandern auf. Am „Roten Rain“ legten wir nochmals eine längere Rastpause ein; in Kandern spendierte Frau Burghardt allen eine Butterbrezel. Ohne Eile erreichten wir den Busbahnhof, wo wir noch einige Lieder vom Vortag wiederholten. Auch im Bus, in welchem wir zunächst noch unter uns waren, sangen einige Kinder noch weiter. Am Bahnhof in Müllheim führte Herr Gottschlich abschließend ein Quiz mit Wiederholungsfragen zum Schullandheim mit den Kindern durch, bei dem es Bonbons zu gewinnen gab. Da der Zug nach Freiburg nur geringfügig zu spät ankam, erreichten wir am Hauptbahnhof den Anschlussbus nach Hugstetten, wo die Kinder um 14.10 Uhr glücklich ihre Eltern wieder in die Arme schließen konnten. Diese bedankten sich bei Frau Burghardt und Herrn Gottschlich mit farbenfrohen Blumensträußen für die Organisation und Betreuung.

jg

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