Schreiben, ausgestalten und präsentieren der Fortsetzungsgeschichte „Vier Esel gehen auf Abenteuerreise"
Erst vor gut zwei Wochen sind die Schüler die Klasse 4b von ihrer Eselwanderung zurückgekehrt. Über diese beiden ereignisreichen Tage mit den Eseln Filou, Caline, Pepita und Balou hatten sie bereits ausführliche Aufsätze geschrieben. Jetzt bekamen sie nochmals die Aufgabe über ihre vierbeinigen Freunde eine Geschichte zu schreiben. Diesmal allerdings sollten sie sich in Gruppen selbst eine abenteuerliche Esel-Geschichte ausdenken - genauer gesagt eine Fortsetzungsgeschichte.
In der regelmäßig stattfindenden Vorlesezeit hatten die Kinder Bücher wie „Hilfe! Ich bin unsichtbar!" von Susan Saunders schätzen und lieben gelernt. Denn bei diesen sogenannten Fortsetzungsgeschichten gibt einen Anfang und viele verschiedene Enden. Daher kann der Leser zwischen verschiedenen Lesewegen auswählen und ist somit selbst aktiv in die Geschichte miteinbezogen. Den Aufbau einer solchen Fortsetzungsgeschichte hatte Frau Nägel, die Klassenlehrerin, den Kindern mittels kopierter Buchseiten und Wollfäden vor Augen geführt. Das Gebilde am Boden wurde folgendermaßen beschrieben: „Das sieht ja aus wie Äste an einem Baum." Andere Kinder sahen darin Straßen und Wege.

„Schiebt bitte alle Tische an die Wand, wir brauchen heute sehr viel Platz!" Etwas ungewöhnlich begann die diesjährige Lesewoche für die Kinder der Klasse 4b. „Warum brauchen wir zum Geschichtenschreiben nur so viel Platz auf dem Boden?", hat sich der eine oder der andere sicherlich verwundert gefragt. Im Sitzkreis auf dem Boden bekamen sie nun genauere Informationen über das gemeinsame Vorhaben. Frau Nägel hatte sich den Titel „Vier Esel gehen auf Abenteuerreise" überlegt und einen einleitenden Text geschrieben. Ausgehend von dieser Einleitung sollten sich die Kinder nun überlegen, in welche Länder ihre vier Esel reisen könnten.
Die Filou-Gruppe hatte sich schnell auf Frankreich geeinigt. Auch die anderen drei Gruppen fanden interessante Reiseziele für ihre Esel. Als nun wieder die Wollfäden und DIN A5 Blättern ins Spiel kamen, ging vielen Kindern ein Licht auf. Ihnen wurde klar, dass sie nun selbst eine Fortsetzungsgeschichte schreiben sollten. Nachdem die Kinder stichwortartig ein Konzept für ihre Geschichte entworfen hatten, gingen sie folgendermaßen vor:
Auf jedes DIN A5 Blatt wurde ein kurzer Textabschnitt geschrieben. Am Ende eines solchen Abschnitts sollte dem Leser möglichst verschiedene Wahlmöglichkeiten angeboten werden, wie die Geschichte weitergehen könnte. Beispiel:
|
Du möchtest dich mit Filou auf den Weg nach Frankreich machen. Aber du kannst dich noch nicht entscheiden, ob ihr mit dem Zug fahren oder mit dem Flugzeug fliegen sollt.
|
Freudig gingen die Kinder an die Arbeit und bereits nach einer Doppelstunde lagen interessante Gebilde auf dem Boden.

Im Laufe der nächsten Tage wurden diese Gebilde immer umfangreicher und es gab sogar Überschneidungen zwischen den Lesewegen der einzelnen Gruppen. Innerhalb von drei Schultagen ist so eine fantasievolle und lustige Fortsetzungsgeschichte entstanden, die am Ende einen Großteil des Klassenzimmerbodens bedeckte.
Klicke das Bild zum Vergrößern an.
Da die Geschichte am Mittwoch, den 14.10.2009 einem großen Publikum präsentiert werden sollte, wurden die Geschichten nicht zu einem Buch zusammengefasst, sondern von Frau Nägel am Computer eingegeben, auf die Schulhomepage gestellt und verbunden (= verlinkt). Auch die liebevoll gestalteten Bilder der Kinder wurden eingescannt und online gestellt.
Um das Publikum am Lesevergnügen teilhaben zu lassen, wurde zusätzlich zum lauten Vorlesen der Geschichte Beamer und Laptop eingesetzt. So konnten die Zuschauer mitlesen, die schönen Bilder anschauen und natürlich über den Fortgang der Geschichte mitentscheiden. Jan und Laura, die beiden Assistenten, forderten zum Mitmachen auf und zählten anschließend die Stimmen: „Jetzt dürfen die Jungen entscheiden, wie es weitergehen soll. Bitte melden!"

So reiste das Publikum mit den Eseln nach Frankreich, Italien, Griechenland, Österreich und in die Schweiz. Es konnte miterleben, was ein Esel in einem Museum alles anstellen kann, in welchen Geschäften er gerne bummelt oder wie er sich unsterblich verliebt. „Urlaub machen ist so schön, auch wenn es manchmal riskant wird, kannst du die Welt entdecken!", stellte Eseldame Caline nicht zu Unrecht fest.

Das Publikum hielt dem Atem an, als Esel Balou zu guter Letzt in den Schweizer Alpen abstürzte und von einer Steinlawine begraben wurde. Zum Glück war das Technische Hilfswerk (THW) schnell zur Stelle und so fand auch die Geschichte von Balou ein gutes Ende. Das Publikum atmete erleichtert auf und belohnte die fleißigen Autoren und Vorleser mit einem stürmischen Applaus.
