Wie man seinen Müll entsorgt, wissen die Drittklässler der Grundschule Hugstetten, denn sie müssen ihren wöchentlich anfallenden Müll zunächst im Klassenzimmer getrennt sammeln und ihn dann in die bereitgestellten Sammelgefäße der Schule entsorgen. Und dass man auch schon mal den Müll von anderen aufräumen muss, haben die Kinder in ihrer Funktion als Klassenordner auch schon erfahren. Doch bei der Putzete rund um den Hugstetter Waldspielplatz Müll einzusammeln, den hauptsächlich Jugendliche und Erwachsene im Laufe eines Jahres liegen gelassen haben, das hat schon eine andere Qualität. Allein die Ausrüstung - Arbeitshandschuhe, Eimer, Müllsäcke - sah nach richtig viel Arbeit aus. Dass diese Arbeit auch Spaß machen kann, zumal der erste Frühlingstag am Erwachen war, erlebten die 38 Schülerinnen und Schüler, zusammen mit dem Hugstetter Ortsvorsteher Adalbert Faller, Hausmeister Hans Müller und den Klassenlehrerinnen Kathrin Dreher und Helga Wagner-Grießbaum. Sie durchstöberten den Wald und sammelten einiges an Unrat ein. Dabei bildeten leere Alkoholflaschen den größten Anteil am Müllaufkommen.
So richtig schockiert über das, was einige Menschen in den Wald werfen, waren die Schüler aber denn doch nicht, ist doch die Vermüllung von öffentlichen Orten für sie inzwischen Gang und Gäbe: Man hat sich offenbar an solche Anblicke gewöhnt - insbesondere das Schulgelände um die Hugstetter Grundschule ist nach wochenendlichen Festgelagen häufig verschmutzt.
Den zusammengetragen Müll schichteten die Kinder zu einem Haufen auf, die Mülltrennung übernahm Herr Faller, wobei ihn Frau Claudia Probst, die zufällig bei der Waldputzaktion vorbeikam, tatkräftig unterstützte.
Für ihren Einsatz bedankte sich der Ortsvorsteher bei den Hugstetter Schülern und als Belohnung wartete eine Brezel und ein Getränk auf sie.
Ob sie denn später als Jugendliche auch ihre Flaschen in den Wald werfen werden, fragte Herr Faller die Kinder ganz am Schluss. Natürlich will das keiner!